haustier hauterkrankung

HAUT­ERKRAN­KUNGEN

Was Sie über Erkrankungen der Haut wissen wollten…

Erstmal sollte man sich klar sein, dass die Haut das größte Organ des Körpers darstellt. Außerdem sind die Möglichkeiten, Probleme mit diesem „größten Organ“ zu haben sehr vielfältig und manchmal nicht sofort offensichtlich, dass es sich um ein Hautproblem handelt oder umgekehrt, dass aus einer eigentlich hormonellen Erkrankung oder einer inneren Erkrankung auch ein Hautproblem resultieren kann.

Was gehört dazu?

Hautkrankheiten bei unseren Tieren kommen sehr häufig vor und umfassen

  • Ekzeme ausgelöst durch Bakterien, Viren, Parasiten, Hautpilze
  • Allergien
  • Ohrerkrankungen
  • Probleme der (äußeren) Haut und der (inneren) Haut, dem Darm
  • angeborene Probleme
  • Hautprobleme durch Stoffwechselstörungen, hormonellen Störungen, etc.

Viele dieser Erkrankungen der Haut sind erfreulicherweise nicht lebensbedrohlich, aber sie führen sehr häufig zu deutlichen Einschränkungen der Lebensqualität oder können das, wenn sie unbehandelt bleiben.

Es ist nicht immer einfach, auch als erfahrener Hunde- oder Katzenbesitzer, Symptome richtig einzuordnen. 

Ob es Parasiten sind, Allergene, Unverträglichkeiten oder ob doch ein Auslandsaufenthalt damit zu tun haben könnte und eine der Reisekrankheiten verantwortlich für das Hautproblem ist. Ob ein Problem mit der Schilddrüse besteht oder eine andere Erkrankung…
Das herauszufinden ist wichtig, manchmal nicht ganz einfach und häufig benötigen wir auch ein paar Tests, eine gründliche Anamnese durch Sie als Besitzer und Sprachrohr (es sind ja auch oft Probleme, die vielleicht schon lange Zeit bestehen) und manchmal auch Geduld (auch wenn`s schwerfällt).

Allergien

Vergleichbar dem Menschen, nehmen bei unseren Haustieren die Allergien zu. Auch die Heftigkeit ihres Auftretens nimmt zu. Wir beobachten dies bei bestimmten Rassen gehäuft. 

hund ohrenentzuendung

Wiederkehrende Ohrenentzündung

Wenn Hunde eine wiederkehrende Ohrentzündung haben muss man sich die Frage stellen, ob der Patient es nicht primär mit einer Futtermittelunverträglichkeit oder einer allergischen Grundursache zu tun hat, die sich dann als Ohrentzündung äußert. Wenn das unerkannt bleibt, wird der Patient immer wieder Probleme damit bekommen und das ist unangenehm, manchmal auch schmerzhaft. 

Ohrenerkrankungen sind weit verbreitet. Natürlich gibt es auch einfach mal eine Ohrenentzündung, wie bei uns Menschen… ausgelöst durch Schwimmen und Ansammlung von Wasser im Ohr, Kälte, Wind, oder bei engen Gehörgängen…etc… viele begünstigende Faktoren spielen bei unterschiedlichen Rassen eine Rolle. Bei Katzen hingegen häufiger Milben. Aber auch hier sehen wir immer wieder Ekzeme im Bereich des Kopfes und der Ohren, die eine Allergie als Grundursache haben. 

hund pfoten benagen

Pfoten benagen

Wenn eine Katze oder ein Hund sich immer wieder die Pfoten benagt und das zu bestimmten Tageszeiten oder Jahreszeiten… kann das ein Hinweis auf eine Allergie sein. Wenn eine Katze sich sehr stark leckt, muss sie nicht unbedingt sehr reinlich sein – es kann auch einfach Juckreiz sein… tut nicht weh, aber nervt ungemein und unbehandelt kann daraus im besten Fall eine kahle Stelle oder sogar eine Hautentzündung werden. 

Heuschnupfen / Atopie

Wer selber von Heuschnupfen geplagt wird, unter Neurodermitis leidet oder an einer anderen Hauterkrankung, weiß wie es sich anfühlt, wenn man gerne mal aus der eigenen Haut schlüpfen würde, damit der Juckreiz nachlässt…ob das die Ohren, die Pfoten, die Achseln oder den ganzen Körper betrifft… „Heuschnupfen“ äußert sich bei unseren Tieren manchmal durch Niesen und Augen- und Nasenausfluss, vor allen Dingen aber durch Juckreiz an verschiedenen Körperstellen oder einfach gefühlt überall… Übrigens kann man als Hund und Katze auch gegen Flöhe allergisch sein oder gegen Hautschuppen anderer Spezies oder gegen – ach gegen sehr Vieles.

Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt

Auch bei Patienten die Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt haben sehen wir Zusammenhänge zwischen Darm und Haut, wie bereits beschrieben. Futtermittelallergien oder –unverträglichkeiten sind häufige Auslöser. 

Es ist unser Bestreben, dass die Patienten schnell besser werden und wir ihnen dabei helfen können sich wieder wohl in ihrer schönen Haut zu fühlen.

Wir blicken tief in die Ohren, nehmen Proben, um zu sehen ob Pilz, Parasit oder Bakterien in pathologischer Art dort hausen.
Auch von der Haut nehmen wir gerne Proben. Mit einer Skalpellklinge, um auch hier nach Parasiten in der Haut zu suchen. Mit einem Abklatsch auf der Suche nach Bakterien und Pilzen. Alles kann direkt unter dem Mikroskop in der Praxis betrachtet werden.

Hautveränderungen, in Form einer Schwellung können punktiert werden, auch um sie wieder einzuteilen in entzündliche Ursachen und solche, die man vielleicht auch nochmal zu einem Pathohistologen schicken muss, um einen Hauttumor auszuschließen, bzw. um festzustellen, um wen es sich handelt und wie man operieren muss, damit man Ruhe hat.

Manchmal ist auch eine Biopsie der Haut notwendig. Hierbei wird (wenn möglich) unter Lokalanästhesie an verschiedenen Stellen eine Probe genommen und an einen Pathohistologen geschickt um auch hier wieder zu sehen, ob es sich um eine entzündliche oder eine tumoröse Problematik der Haut handelt und ob eine chirurgische Intervention nötig ist oder unterbleiben kann oder ob es sich um einen autoimmunen Prozess handelt oder doch etwas Anderes.

Manchmal ist es wichtig Blut zu untersuchen, um ein andres internistisches Problem wie Schilddrüsenüberfunktion oder -unterfunktion auszuschließen oder einem Morbus Cushing auf die Schliche zu kommen. Auch Probleme von Leber und Niere können sich auf die Haut auswirken. Diese Untersuchungen könne zum größten Teil im eigenen Labor vorgenommen werden und es dauern dann nur eine Tasse Kaffee und eine kurze Runde um den Block (oder bei den Katzenpatienten doch eher einen Artikel in der Zeitung oder zwei) und wir können das Problem stärker eingrenzen.

Allergietests schicken wir gerne in ein gutes Fremdlabor. Auch hier haben wir in der Tiermedizin mittlerweile sehr viele Möglichkeiten zu handeln. Antiallergische Medikamente sind sicherlich eine unserer Möglichkeiten, aber auch die Unterstützung der Haut als Barriere mit verschiedenen Mitteln von innen und von außen, Vermeidungsstrategien der betroffenen Allergene, Desensibilisierung (wie man das auch vom Menschen kennt), eine Futterberatung (wir finden schon, was zu Ihnen und Ihrem Tier passt. Katzen machen uns an dieser Stelle manchmal einen Strich durch die Rechnung und wir müssen uns erstmal auf den Kopf stellen und einen Weg für jeden kleinen Patienten finden… aber das tun wir gerne und das von Herzen…

Bei unseren Haustieren ist ein zunehmendes Auftreten von Unverträglichkeiten und Allergien mit den entsprechenden Beschwerden, wie zum Beispiel Juckreiz zu beobachten. Um die allergischen Symptome zu reduzieren und damit auch den Einsatz antiallergischer Medikamente, bietet sich insbesondere bei Pollen- oder Hausstauballergien die Möglichkeit einer Desensibilisierung.

Da diese Therapie allergen-spezifisch ist, muss die Diagnose Allergie bestätigt sein und der auslösende Faktor zwingend über verschiedene Untersuchungen wie einen Allergietest identifiziert werden. 

Ist der Auslöser der Allergie gefunden, wird in einem entsprechend ausgerüsteten Labor eine Desensibilisierungslösung zur Injektion hergestellt, die das Allergen oder die Allergene in sehr kleinen Dosen enthält. Sie sind so gering, dass sie gerade keine Reaktion des Körpers auslösen.

In festgelegten Intervallen werden dann steigende Mengen des Allergens unter die Haut gespritzt. Erst recht häufig, dann in immer längeren Intervallen. 

Ziel ist es, dass das Immunsystem sich an das Allergen gewöhnt und die Reaktion darauf geringer wird. Wie genau das im Organismus funktioniert, ist derzeit noch nicht bekannt, die Desensibilisierung ist aber im Augenblick die einzige kausale Behandlung von Allergien mit einem gewissen Erfolg. Dieser stellt sich meist nach 5-8 Monaten Behandlung ein. 

Die Behandlung wird dann häufig ein Leben lang fortgeführt, bis zum Einsetzen der Wirkung oder bei starkem Allergendruck kann allerdings trotzdem der Einsatz antiallergischer Medikamente notwendig werden. Denn leider bedeutet Desensibilisierung nicht, dass der Patient immer symptomfrei wird.

Zu Beginn der Behandlung lässt sich häufiger Tierarztbesuch leider nicht vermeiden. Sobald sichergestellt ist, dass Ihr Tier die Behandlung gut verträgt, zeigen wir Ihnen gerne, wie Sie selbst die Injektionen sicher durchführen können und was Sie zu beachten haben.

Allem voran steht aber ein ausführliches Beratungsgespräch, um individuell auf die Möglichkeiten der Desensibilisierung aber auch Risiken und Nebenwirkungen eingehen zu können.  

hund reisekrankheit katze

Adoptivkinder

Da wir immer mehr „Adoptivkinder“ aus dem Ausland sehen, können sich auch die sogenannten Mittelmeer- oder Reisekrankheiten (eigentlich irreführend, weil es weder was mit dem Mittelmeer noch unbedingt mit Reisen zu tun hat), „Tick Borne Diseases“ (was es auch wiederrum nicht wirklich trifft, weil ja nicht alle dieser Krankheiten auch tatsächlich durch Zecken übertragen werden) wie beispielsweise die Leishmaniose, über Hautveränderungen zeigen.

Gerade diesen sollten wir schnell auf die Schliche kommen, um ihrem Tier möglichst gut helfen zu können.

Nehmen Sie Kontakt auf

Ansprechpartner: Dr. Kirsten Penner

Um die Zeit für Sie und Ihren Liebling in unserer Praxis möglichst kurz zu halten, können Sie hier im Vorfeld unseren speziellen Anamnesebogen für Hauterkrankungen downloaden, diesen zu Hause in Ruhe ausfüllen und zum Termin mitbringen.